Was ich esse


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Alle, die mich kennen, werden es bestätigen: Gutes Essen ist mir sehr wichtig. Und weil es nicht einfach ist, gutes (und auch gesundes) Essen da draussen aufzutreiben, koche ich sehr oft. Fast jeden Tag. Auch für mich allein. Meistens für zwei, oft für drei Esser. Am liebsten für sechs oder acht. Da schafft man gerade noch ohne Stress ein Mehrgänge-Menü.

Ich lebe weder vegan noch vegetarisch, aber ich weiss, dass tierische Eiweiße für uns nicht optimal sind. Allerdings gilt das auch für Zucker, Alkohol und Tabak. Und darauf verzichte ich gelegentlich auch nicht. Wenn ich eingeladen bin, esse ich, was auf den Tisch kommt. Oder ich lasse es weg. Je nach Laune. Manchmal esse ich auch freiwillig Fleisch, obwohl es Alternativen gibt. Zum Beispiel neulich auf dem Food Truck Markt in der Lagerstrasse. Da gab es einen Goldburger, dessen Fleisch von Rindern stammt, die ganzjährig im Freien leben und im vertrauten Umfeld per Kugelschuss auf der Weide betäubt und getötet werden. Somit erfahren sie keine prämortalen Belastungszustände, was nicht nur einem ethischen Anspruch entspricht, sondern auch eine hervorragende Fleischqualität zur Folge hat.

Bei meinen Eltern gab es Freitags kein Fleisch. Bei meinen Großeltern gab es nur Sonntags Fleisch. Also: Einmal im Monat zum Food Truck Markt – damit kann ich leben. Ich esse auch ab und zu Käse. Zum Beispiel ist es schwer, Parmesan oder Pecorino zu ersetzen. Es ist unmöglich! Gehört deswegen auf jede Nudel Parmesan? Eine leckere gesalzene Butter auf einem frischen Brot kann man nicht vergleichen mit einem Soyaaufstrich. Aber es gibt 100 leckere vegane Aufstriche, angefangen bei einer reifen Avocado mit etwas Zitrone, Salz und Pfeffer. Ich esse keine veganen Würste oder Saitansteaks, dafür gibt es zuviel leckere natürliche Lebensmittel. Wir haben sie nur vergessen!

Morgens mag ich keinen Espresso. Da mache ich mir einen Soya-Cappuccino. Ja, es gibt sehr viele schreckliche Soyamilch-Sorten. Aber es gibt auch gute, z.B. die Bio Alpro Soya von REWE. Es ist einfacher, die Milch zu nehmen, die man immer genommen hat, als eine neue zu suchen. Es ist einfacher, ein Steak in die Pfanne zu hauen, als sich etwas Leckeres mit pflanzlichen Eiweißen auszudenken. Aber zu welchem Preis? Wie fühlst du dich? Was machen deine „Unverträglichkeiten“, deine „Allergien“, deine „Erkältungen“, deine „Virusinfektionen“, deine „Gelenkschmerzen“, deine Müdigkeit, deine Schlaflosigkeit?

Um den körperlichen Unterschied zu spüren, musst du es ausprobieren. Ich habe nebenbei 7,5 Kilo verloren, ohne dass das meine Absicht gewesen wäre. Kein Fleisch, keine Milch, aber reichlich böse Kohlehydrate. Zwei Drittel der westlichen Bevölkerung macht eine LowCarb-Diät, um abzunehmen. Ich esse jede Menge Kohlehydrate und habe keine Wampe mehr. Wer wissen will, wie das möglich ist, kann es nachlesen. Oder ausprobieren. Natürlich esse ich viel Vollkorn, aber nicht nur. Ich esse Nudeln und Brot aus verschiedenen Getreidesorten. Ich liebe Quinoa. Ich liebe Buchweizen-Galettes. Es gibt auch mal Pizza. Aber eben nicht ständig. Und ich esse Schokolade. Mittlerweile gibt es ziemlich leckere vegane Schokolade… Aber egal wie ich es mache, ich werde einfach nicht dicker.

Ich glaube, das Geheimnis liegt darin, den Körper grundsätzlich mit gesunden Lebensmitteln zu überschwemmen, dann verzeiht er dir auch mal Weißmehl, Zucker, usw. Viel Obst, Gemüse und Salat. Obst muss sein, um sich fit zu fühlen. Dabei ist es wichtig, das ganze Obst zu essen, denn Saft ist leider nicht viel gesünder als Cola. Gemüse muss sein, weil es alles enthält, das der Körper braucht, also Kohlehydrate, Proteine und Fette. Und Salat muss sein, weil die rohen Zutaten den Körper mit Spurenelementen auffüllen. Hinzu kommt, dass viel Essen mit großem Volumen aber wenig Kalorien erst mal zu satt macht, um noch viel Essen mit viel Kalorien zu essen. Mal abgesehen vom positiven Gewichtseffekt geht es vor allem um Leichtigkeit. Ich bin nach dem Mittagessen nicht mehr schlapp, kämpfe mich nicht mehr durch wie früher.

Um den seelischen Unterschied zu spüren, musst du das Offensichtliche akzeptieren und aufhören zu verdrängen. In den meisten Fällen hatte das Tier auf deinem Teller ein furchtbares Leben, und selbst wenn sein Leben einigermaßen war, hatte es einen furchtbaren Tod. Je bewusster man sich das macht, umso leichter fällt einem das Weglassen von Fleisch aus Massentierhaltung, die den Raubbau an der Natur und auch den Hunger in der Welt fördert. Du wirst ganz schnell merken, dass du nicht allein bist mit deinen Gedanken. Und es ist erstaunlich, was du mit Gedanken und Gesprächen erreichen kannst. Wenn du wirklich der Meinung bist, dass du allein nichts bewirken kannst, dann lies dir das hier mal durch: Der Aufstand der Satten.

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