Vegane Sterneküche aus New York


Letzte Woche kam kein Rezept, weil ich auf Recherche war. Wo? Es gibt keinen Ort der Welt, an dem man besser essen kann als New York. Sorry, Toscana. Auch die besten Italiener gehen dahin. Und die besten Franzosen. Auch die besten Österreicher. Und natürlich gibt es in ganz New York fast nur noch veganes Essen. Zumindest hat man den Eindruck. Wir haben zwei hochdekorierte vegane High-End-Restaurants ausprobiert:

1. Dirt Candy

Die New York Times schreibt: Eating at Dirt Candy can be like going to a child’s birthday party in a country where all the children love vegetables…
So sieht auch schon die Website aus. Reservieren war sehr schwierig. Ein einziger Termin am Ankunftstag um 21:15 war noch frei. Also ab in die Lower East Side.Bildschirmfoto-2016-01-22-um-12.17.04.jpgLos ging es hiermit. Wir wollten schon sagen: Aber das haben wir gar nicht bestellt! Aber dann schauten wir genauer hin. Das ist das Dirt Candy Brot mit etwas veganer Butter…

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Dan kam unsere Vorspeise. Ich habe leider keine Ahnung mehr, was es gewesen sein könnte, und auf der Karte finde ich es auch nicht wieder. Es war sehr lecker, herzhaft und süß zugleich, fast ein Dessert, aber natürlich ohne Mehl, viel saftiger und vielschichtiger, weil ohne Zucker. Ich finde es trotzdem sehenswert:

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Unser Hauptgang waren Brussels Sprout Tacos, d.h. Rosenkohl auf einem heißen Stein mit Salatblättern und Zutaten. Man nimmt ein Blatt Salat (statt einer Tortilla) und füllt es mit dem ganzen Zeug: geräuchertes Avocadomousse, eingelegte rote Zwiebel, Radieschen, etwas Hüttenkäse-Ähnliches, Soyayogurtsauce, eingelegte Jalapenos, frische Minipaprika und geröstete Tortillastreifen.

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Das war extrem lecker. Und man konnte immer weiter essen ohne sich voll zu fühlen. Schon ganz geil. Lässt sich auch zu Hause relativ aufwandslos herstellen. Wer lädt mich dazu ein?

2. Avantgarden

Das Avantgarden liegt direkt in der New Yorker „Schanze“, dem East Village, neben vielen anderen geilen Restaurants und Bars. Es ist relativ neu, deswegen ist es noch nicht so schwer, einen Platz zu kriegen.

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Unsere Vorspeise war ein Toast mit geräuchertem Auberginenmousse, Kalabresischem Chili, Sellerie, Oliven und eingelegten Schalotten. Wieder eine Geschmacksexplosion!

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Auch wenn es natürlich nur ein Toast ist… Es fiel nicht leicht, sich zwischen den ausnahmslos lecker klingenden Hauptgerichten zu entscheiden:

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Sollten wir den Blumenkohl mit Austernpilzen und Minze nehmen, den der Koch gerade vor unseren Augen fertig machte?

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Wir haben dann doch die Gnocchi mit Kürbis und Rosenkohl und Birne mit schwarzem Knoblauch bestellt und waren nicht enttäuscht.

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Das Beste waren jedoch die Cannelloni aus Kartoffelmehl gefüllt mit einer Ricotta aus Pinienkernen, dazu eine scharf angebratene Auberginen-„Merguez“ auf Ruccola-Pesto.

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Davon hätte ich gerne fünf Teller gegessen. Erstens weil die Portionen äußerst überschaubar sind – und weil es göttlich war! So intensiv und reichhaltig kennt man es von veganer Küche sonst nicht.

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Das Schönste ist, dass man den Jungs dabei zusehen kann, wie so etwas Köstliches entsteht. Da wird drapiert wie für ein Fotoshooting und alles mit der Pinzette zurecht gezupft.

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Muss man jetzt nicht alles nachmachen, aber Ideen bekommt man schon. Was es übrigens auch überall in New York gab, war Grünkohlsalat. Und an dem habe ich mich auch mal probiert. Hier ein Rezept.

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