Schleie blau – wie Karpfen blau, nur lecker

E I N K A U F S Z E T T E L

Bio-Schleien (oder geangelt)
Suppengemüse aka Sellerie, Möhren, Lauch
(letzterer auch Porree genannt)
Gewürznelken, Lorbeerblätter, Estragon
frische glatte Petersilie
Kartoffeln & Bio-Speck (optional)
Rettich und Sahnemerettich
Butter (optional)


Wir haben Schleie blau an Heiligabend gemacht, weil wir mal was ganz Klassisches machen wollten. Ich meine, wo gibt’s bitte noch irgendeinen gekochten Fisch außer in Horrorerzählungen von früher oder in Loriot-Filmen? Das ist doch mal ne Herausforderung: 1. es hinzubekommen 2. zu verstehen, warum so viele Generationen darauf abfuhren. Wir nehmen aber keinen normalen Karpfen, sondern die Schleie, die ein viel festeres Fleisch hat, ähnlich wie eine Forelle.

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Da sind sie. Die Schleie ist eine Karpfenart, den es überall in Europa gibt, und zwar zuhauf, deswegen kann man sie, genau wie den Zander im letzten Rezept, bedenkenlos kaufen, besser noch: angeln.

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Suppengemüse und oben links: ein frischer Rettich.

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Zwiebeln in Bratolive glasieren…

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Lauch und Knollensellerie dazu, etwas anschmoren und mit viel Weißwein ablöschen.

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Dann die Möhren dazu, Gewürznelken…

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Lorbeerblätter und Estragon…

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… und glatte Petersilie.

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Parallel braten wir Kartoffeln an, was streng genommen ein Sakrileg ist, weil zu einem gekochten Fisch auch gekochte Kartoffeln gehören, aber irgendwann is mal gut mit Tradition, es soll ja schmecken.

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Ich mache (weil Weihnachten ist) ausnahmsweise Bio-Speck dazu, und den brate ich aber separat, damit der nicht total verbrennt, während die Kartoffeln noch gar nicht richtig braun sind.

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Die müssen ziemlich lange, wenn sie nicht vorgekocht sind, aber dafür werden sie auch braun und kross.

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And now, Ladies and Gentlemen, it’s time for a little magic.

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Was macht denn die Schleie (oder den Karpfen) überhaupt blau? Na, wer weiss es?

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Die Fische werden langsam und sorgfältig, Stück für Stück, mit heißem Essig übergossen, dann gewendet, und auf der anderen Seite nochmal übergossen.

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Faszinierend. Dann legt man sie in den Sud, der mittlerweile sicherlich ein Stunde auf kleiner Flamme gekocht hat.

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Den Fisch kochen wir nicht! Der zieht nur ca. eine halbe Stunde im heißen Sud. Er soll ja nicht zerfallen.

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Die Bratkartoffeln müssten jetzt auch fertig sein, Speck drüber, und ebenfalls auf den Tisch.

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Der Sahnemerettich wird mit etwas geraspelten frischem Rettich angerührt und zusätzlich dazu kann man noch Butter verflüssigen und ebenfalls zum Fisch essen. Man könnte auch aus dem Sud eine Fischsauce machen, denn da steckt ja der ganze Geschmack des Gemüses und des Fischs, aber an Heilig Abend hatte ich dafür leider keine Zeit…

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