Maronen finden, unterscheiden und zubereiten

 

Am Wochenende waren wir – wie jedes Jahr – mit Opa Pilze sammeln. Er weiss einfach, wo sie sind. Wir sammeln ausschliesslich Maronen, weil die so leicht zu erkennen und kaum mit anderen zu verwechseln sind. Außerdem schmelzen sie auf der Zunge, sind aber gleichzeitig nicht zu heavy für Nicht-Pilz-Spezialisten.

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So sieht die Marone zum Beispiel aus. Sie versteckt sich gerne unter Gras oder unter Moos. Wir schneiden sie unten ab. Das Rausreissen oder -drehen lassen wir lieber, sonst wachsen an dieser Stelle fünf Jahre keine Pilze mehr. Wenn wir sie abschneiden und die Wurzel drin bleibt, wachsen sie nach.

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Der Hut sieht aus wie bei den braunen Champignons, aber noch farbiger, etwas gelblicher und rötlicher und etwas dunkler als bei Steinpilzen (die ja eher karamellfalben sind). In einem früheren Beitrag habe ich den Unterschied schon einmal beschrieben.

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Und jetzt echt wichtig: die Marone hat einen gelben Schwamm! Keine Lamellen, keinen andersfarbigen Schwamm. Alles andere lassen wir dem Wald. Den hier zum Beispiel:

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Aber den kennen wir ja aus den Märchen. GIFTIG!!! FINGER WEG!!!

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Hier ist noch eine Marone.

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Auch hier ein gelber Schwamm. Nehmen wir mit.

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Das ist auch eine. Schon älter und größer.

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Dessen Schwamm hat schon blaue Stellen. So, und jetzt kommt noch ein Test, um sicher zu gehen, dass es eine Marone ist. Wenn man den gelben Schwamm anfasst, wird die Stelle blau! Das ist auch nicht schlimm. Denn den Schwamm schneiden wir bei den großen Maronen später sowieso ab.

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Wenn der Korb voll ist, schmeissen wir alles auf den Tisch und sortieren.

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Die kleinen, jungen, hübschen können wir ganz lassen. Also je nach Größe schneiden wir sie natürlich noch mal durch. Aber wir können alles davon verwerten, weil alles davon lecker ist.

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Die alten Maronen können wir auch verwerten. Die Stämme sind meistens holzig und faserig. Auch wenn wir die Stunden braten, werden die nicht mehr weich. Also weg damit. Am besten den Stamm in der Mitte durchschneiden, dann sieht man schon, was Sache ist. Den gelben Schwamm schneiden wir auch ab, denn der wird sonst zu einem schleimigen Brei in der Pfanne. Was übrig bleibt, ist das Fleisch:

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Ja, das tut weh. Man muss bei den alten Maronen ziemlich viel wegschneiden, aber so ist es eben.

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Trotzdem hatten wir reichlich für vier Leute.

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Zuerst glasiere ich Zwiebeln im Topf oder in einer genügend großen Pfanne.

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Bei Pilzen mache ich ja gerne mal eine Fleischausnahme. Das muss nicht zwingend sein. Sie sind auch sehr lecker ohne. Und wenn doch, genügt ein kleines Bißchen für eine große Pilzpfanne. Nicht, dass der Speck die Pilze geschmacklich überdeckt.

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Auch einmal kurz anbraten lassen.

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Dann die Pilze dazu.

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Kräftig Pfeffer und Salz und das Ganze immer wieder umrühren während des Bratens. Ich brate ja generell eher kurz an, also Gemüse und so. Aber bei Pilzen brate ich lieber länger. Die werden nur noch besser, je länger man sie anbrät.

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Zum Schluss noch etwas Petersilie drauf und einfach so essen. Oder wenn es eine vollständige Mahlzeit sein soll, passen z.B. Pastinaken im Ofen ganz gut dazu, oder auch Rosenkohl. Erdige Gemüsesorten halt.


Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich keinerlei Verantwortung dafür übernehme, wenn jemand aufgrund meiner Beschreibung einen giftigen Pilz sammelt und isst. Wer sich nicht sicher ist, soll bitte ein Pilzlexikon zu Rate ziehen, es gibt unzählige davon, und dafür sind sie da.

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