Gesunder Grünkohl nach Weihnachten

E I N K A U F S Z E T T E L

1 Tüte Bio-Grünkohl
1 Steckrübe
Esskastanien, Cashewbruch
Lorbeerblätter, Gewürznelken, Wacholderbeeren
Kümmel und/oder Kreuzkümmel
Zwiebeln, Knoblauch


Hier kommt ein Rezept für meinen Freund Christoph, der nach einem leckeren Grünkohlrezept fragte. Ich habe früher tonnenweise Mettwürste, Schweinebauch und vor allem Gepökeltes mit sehr großem Genuss gegessen. Hierzu eine kleine Anekdote: Ein befreundeter Anwalt mit Spezialisation auf Agrarrecht, dessen Mandanten zu 90% Bauern sind, kennt sich mit Tierzucht wirklich aus und liebt Fleisch über alle Maßen. Nur eine Sorte lässt er seit vielen Jahren komplett weg: das Schweinefleisch. Auf meine Frage, wieso, sagte er: Na, weil ich gesehen habe, wie es hergestellt wird.

Ist aber auch kein Verlust, denn wir schreiben ja das Jahr 2016. Und da man im Januar ja sowieso ein wenig auf die Linie achtet, kommt hier eine gesunde Grünkohl-Variante. Die ist im Gegensatz zu der klassischen auch nicht schwer verdaulich. Das sind nur die tierischen Fette. Und die sind ja jetzt weg.

160103-6928.jpg

Während früher der sanfte Grünkohl das scharfe, salzige Fleisch ausglich, ist in meiner Version der Kohl der Hauptgeschmacksträger, der mit süßer Steckrübe und nussigen Maronen komplementiert wird.

160103-6930.jpg

Nicht umsonst sind die Amis völlig verrückt nach „Kale“ und deswegen landet er zur Zeit auch in fast jedem Smoothie. Mit seiner einmaligen Nährstoffzusammensetzung aus antioxidativ wirkenden Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen, Aminosäuren und sekundären Pflanzenstoffen ist er eine ausgewogene und gesundheitsfördernde Alternative zu tierischem Eiweiss, die sich nicht nur im Winter zu schmackhaften Gerichten zubereiten lässt. (Quelle)

160103-6931.jpg

Maronen hätten in Wirklichkeit das Zeug für ein Grundnahrungsmittel – und zwar für ein sehr gesundes. Während wir uns also zumeist mit Brot, Nudeln und Milchprodukten mehr schlecht als recht über Wasser halten, immer mehr übersäuern und chronisch vor uns hinkränkeln, wäre die Esskastanie eine sättigende und gleichzeitig glutenfreie sowie basische Alternative. (Quelle)

160103-6932.jpg

Die Steckrübe gefällt mir, seit ich sie entdeckt habe, immer besser. Nie hätte ich gedacht, dass sie so lecker sein kann. In einem anderen Rezept erwähnte ich bereits die gesundheitlichen Vorzüge, aber das Zeug ist auch geschmacklich ein Hit!

160103-6929.jpg

Wie gesagt, wollen wir den Grünkohl geschmacklich so richtig zum Explodieren bringen. Dazu nehmen wir Lorbeerblätter, Gewürznelken und Wacholderbeeren. Zur besseren Verdauung eignen sich sowohl Kümmel als auch Kreuzkümmel. Was ist der Unterschied? Kümmel hat den Vorteil, dass er durch seinen milden Geschmack mit vielen anderen Gewürzen kombinierbar ist, Kreuzkümmel hingegen hat einen starken Eigengeschmack (den wir bspw. vom Falafel kennen). Man sollte also ausprobieren, ob einem das schmeckt oder nicht.

160103-6937.jpg

Den Grünkohl waschen wir erst mal ausgiebig mit den Händen im Becken.

160103-6953.jpg

Dann glasieren wir eine Zwiebel in Kokosfett (oder Bratöl) und drücken das Wasser möglichst vollständig aus dem gewaschenen Kohl raus, bevor es in den Topf kommt.

160103-6979.jpg

Wir füllen den Topf bis oben hin, fügen sämtliche Gewürze hinzu und etwa einen drittel Liter Wasser. Dann kommt der Deckel drauf und das Ganze schmort etwa 15 bis 20 Minuten. Wahrscheinlich passt nur die Hälfte des Kohls in den Topf, die zweite machen wir später.

160103-7004.jpg

In der Zwischenzeit ritzen wir die Maronen mit einem Messer, und zwar auf beiden Seiten, dann bekommt man sie später ganz einfach geschält.

160103-7012.jpg

Dann schälen wir die Steckrübe und würfeln sie grob, in etwa so:

160103-7032.jpg

Auf ein Backblech damit, Bratöl, Salz und Pfeffer, und ab in den Ofen. Achtung, ganz wichtig: Keine Heissluft, sonst wird sie matschig. Nur normale Backofenhitze macht sie knusprig braun, wie wir sie wollen!

160103-7036.jpg

Mittlerweile sollte der Grünkohl in sich zusammen gefallen sein und es wird Zeit für die zweite Ladung.

160103-7042.jpg

Links der bereits geschrumpfte Kohl, rechts die zweite Hälfte (wieder mit Kokosöl, Zwiebel angedünstet). Das Kohlwasser habe ich zuvor abgegossen, denn das will ich noch mal benutzen. Wer den Grünkohl milder will, lässt die Gewürze bei der zweiten Hälfte weg.

160103-7055.jpg

Jetzt ist es an der Zeit, die Maronen in die Pfanne zu geben. Mittlere Hitze – sie sollen nicht schwarz werden.

160103-7061.jpg

Dann nehmen wir die gebrochenen Cashewnüsse (genannt Cashewbruch)…

160103-7063.jpg

…und hacken sie klein.

160103-7066.jpg

Jetzt kann die erste Grünkohlhälfte zur zweiten und wir können die Lorbeerblätter herausfischen, damit es nicht zu intensiv wird.

160103-7073.jpg

Hans Dampf in allen Töpfen.

160103-7085.jpg

Wenn der Grünkohl weich ist, kommen noch ein paar Kapern drüber, das macht ihn noch saftiger und die Säure ist der Gegenspieler zur süßen Steckrübe.

160103-7089.jpg

Die Nüsse sollten jetzt auch bräunlich sein.

160103-7100.jpg

Und die Esskastanien aufgeplatzt.

160103-7104.jpg

So lecker kann gesund sein….

160103-7143.jpg

Und es geht einem so gut danach.

One thought on “Gesunder Grünkohl nach Weihnachten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.